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35. Europacup FIS Slalom Obereggen

Europacup Obereggen: Der Kroate Rodes überrascht, Razzoli Zweiter

Der 22-jährige Kroate Istok Rodes hat Ex-Olympiasieger Giuliano Razzoli, der gestern 34 geworden ist, das nachträgliche Geburtstagsgeschenk vermasselt. Rodes gewann den traditionsreichen Europacupslalom auf der anspruchsvollen Maierlpiste in Obereggen überraschend vor Razzoli und dem ebenfalls 22-jährigen Teamkollegen Elias Kolega. Pech hatten die Lokalmatadoren Alex Vinatzer und Fabian Bacher. Beide lagen nach dem ersten Durchgang in den Top 10 und schieden im zweiten Lauf nach überlegener Zwischenbestzeit aus.
 
Istok Rodes hatte heute Früh niemand auf der Rechnung gehabt. Der Kroate, der nur die Nummer 92 der FIS-Weltrangliste ist, platzierte sich im ersten Lauf unauffällig auf dem sechsten Rang und schob sich danach mit der zweitbesten Zeit im zweiten Durchgang an die Spitze. Dem Halbzeitführenden Razzoli nahm er im zweiten Lauf sage und schreibe 1,19 Sekunden ab. Am Ende lag er 0,18 Sekunden vor Razzoli und 0,41 Sekunden vor Elias Kolega. Die Kroaten platzierten gleich drei Läufer unter den Top 5 – neben Rodes und Kolega auch den Titelverteidiger und amtierenden Sieger der Europacup-Slalomwertung Matej Vidovic auf Rang 5. Davor, auf Rang 4, platzierte sich ein weiterer Obereggen-Sieger, und zwar jener von 2015: der FranzoseRobin Buffet.
 
Genau genommen hätten auch die Azzurri drei Läufer unter die Top 5 bringen können – und sie hätten durchaus auch für den ersten Heimsieg seit Patrick Thaler im Jahr 2011 sorgen können. Am Ende blieb nur Razzoli auf Rang 2 übrig. Der Ratschingser Fabian Bacher, Zehnter nach dem ersten Durchgang, war bei der Zwischenzeit sagenhafte 1,31 Sekunden schneller als der führende Norweger Timon Haugan, der in der Endabrechnung Sechster wurde – 1,20 Sekunden hinter Rodes. Kurz nach der Zwischenzeit schied Bacher aus. Und das 19-jährige Grödner Slalomtalent Alex Vinatzer, heuer bereits Slalomsieger beim Europacup in Levi, führte bei der Zwischenzeit mit 0,22 Sekunden vor dem späteren Sieger Rodes, bevor er vier Tore vor dem Ziel in Rückenlage geriet und ausschied. Jedenfalls haben Bacher und Vinatzer gezeigt, dass sie im Europacup vorne mitfahren können.
 
Apropos Timon Haugan: Der Norweger verbesserte sich mit Bestzeit im zweiten Lauf von Rang 19 auf Platz 6, einen Rang vor dem Russen Alexander Khoroshilov, der 2015 den Nacht-Weltcupslalom von Schladming gewonnen hat.
 
Etwa 130 Freiwillige waren im „Kitzbühel des Europacups“ wieder am Werk, um dem guten Ruf des Rennens alle Ehre zu machen. Und tatsächlich ist es dem Team rund um OK-Chef und Renndirektor Eduard „Edi“ Pichler gelungen, den Athleten praktisch perfekte Rennbedingungen zu bieten. In 35 Jahren ist das Rennen in Obereggen nur zwei Mal witterungsbedingt ausgefallen, zuletzt vor nunmehr 18 Jahren (2000). Eine solche Serie sucht im Welt-und Europacup ihresgleichen.
 
 
Obereggen 2018 - Endergebnis
1. Istok Rodes (CRO)                                       1.40,73
2. Giuliano Razzoli (ITA)                                  +0,18
3. Elias Kolega (CRO)                                      +0,41
4. Robin Buffet (FRA)                                       +0,87
5. Matej Vidovic (CRO)                                     +0,93
6. Timon Haugan (NOR)                                   +1,20
7. Alexander Khoroshilov (RUS)                       +1,26
8. Fabio Gstrein (AUT)                                     +1,54
9. Dominik Stehle (GER)                                  +1,66
10. Mathias Graf (AUT)                                    +1,79
 
Die weiteren Azzurri:
13. Giordano Ronci (ITA)                                 +2,03
16. Hans Vaccari (ITA)                                     +2,48
34. Tobias Kastlunger (ITA)                             +8,70
35. Pietro Franceschetti (ITA)                           +9,35

Das war der Europacup Obereggen 2017

Der 24-jährige Kroate Matej Vidovic gewann im Dezember den traditionsreichen Europacupslalom von Obereggen – und danach die Europacup-Slalomwertung. Dem Halbzeitführenden genügte die 20. Laufzeit im zweiten Durchgang, um den Österreicher Marc Digruber und den erst 20-jährigen Franzosen Noel Clement auf die Plätze zwei und drei zu verweisen.

Die souveräne Laufbestzeit im zweiten Durchgang erzielte der 22-jährige „Azzurro“ Federico Liberatore, der nach Rang 30 im ersten Durchgang die Startnummer 1 bestens nutzte und sich auf Rang 8 vorkämpfte. Er war damit der Beste der italienischen Nationalmannschaft. Der zweitbeste „Azzurro“ war – sozusagen auf seiner „Heimpiste“ – der Bozner Riccardo Tonetti, der in Obereggen das Skifahren gelernt hat. Nach Rang 20 im ersten Durchgang verbesserte er sich mit der drittbesten Laufzeit auf Platz 12.

Ex-Olympiasieger Giuliano Razzoli, der in Obereggen 2009 gewonnen hatte, beendete den ersten Durchgang als enttäuschender 47. und schied im zweiten Durchgang aus.

Hochzufrieden durften die Organisatoren rund um OK-Chef und Renndirektor Eduard „Edi“ Pichler sein. Die Maierlpiste war gemessen an den Wetterkapriolen der vorangegangenen Tage mit Regen bis auf 2.000 Meter Meereshöhe in hervorragendem Zustand. So fuhr Riccardo Tonetti mit Startnummer 49 auf Rang 12 und der Österreicher Simon Rüland mit Startnummer 53 auf 14. Insgesamt waren 104 Athleten am Start.

Bild: 1. Matej Vidovic (CRO), 2. Marc Digruber (AUT), 3. Noel Clement (FRA)

Videorückblick Europacup Obereggen 2017